Handlungs- und Prozessanleitung
zur Beteiligungsorientierten Betriebsratswahl 2026
Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
nicht mehr lange und die Betriebsratswahlen 2026 stehen vor der Tür – eine hervorragende Gelegenheit, schon jetzt die Rahmenbedingungen für unsere Mitbestimmung aktiv zu gestalten.
Mit dieser praxisorientierten Anleitung möchten wir euch eine kleine Hilfe an die Hand geben, um die bevorstehenden Wahlen beteiligungsorientiert gemeinsam mit euren Kolleginnen und Kollegen vor-zubereiten.
Unser Konzept basiert auf der Überzeugung, dass die positive Gestaltung von Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung die besten Mittel sind, um Demokratie zu stärken und demokratiefeindlichen Tendenzen vorzubeugen.
Ein zentraler Aspekt ist es, den Mitarbeitenden Raum zu geben, selbst Verbesserungsvorschläge zu entwickeln und aktiv an der Gestaltung ihres Arbeitsumfeldes mitzuwirken.
Mitarbeitende können so demokratische Prozesse und Selbstwirksamkeit direkt erleben.
Diese Anleitung setzt sich aus flexibel einsetzbaren Modulen zusammen und lässt sich so an verschiedene Anforderungen oder spezifische Fragestellungen im Betrieb anpassen.
Unser Ziel ist es, Euch frühzeitig, positiv und partizipativ zu aktivieren, um die Betriebsratswahl 2026 erfolgreich vorzubereiten. Dazu gehört es, gute Kandidatinnen zu finden, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen und insgesamt den Wert der Mitbestimmung in den Köpfen der Menschen zu verankern.
Der Fokus liegt darauf, Euch zu zeigen, wie ihr gemeinsam mit euren Beschäftigten durch Beteiligung die Arbeits- und Lebensrealitäten aktiv verbessern könnt.
Die Kampagne setzt dabei auf positive Gestaltung von Themen im Betrieb, um langfristiges Engagement und eine demokratische Unternehmenskultur zu fördern.
Stellt Euch vor, wie jede einzelne Stimme zählt und wie Euer Engagement konkrete Veränderungen bewirken kann.
Modulare Struktur und empfohlene Reihenfolge
Das Konzept ist modular aufgebaut, so dass es optimal an die unterschiedlichen Bedürfnisse im Betrieb angepasst werden kann.
Beginne mit Modul 1, da hier die Grundlagen für das weitere Vorgehen vermittelt werden.
Darüber hinaus sind die einzelnen Module so konzipiert, dass sie flexibel und auch unabhängig voneinander eingesetzt werden können. Das bedeutet, dass je nach spezifischen Herausforderungen, Zielen und vorhandenen Ressourcen gezielt einzelne Module ausgewählt und implementiert werden können.
Diese Flexibilität ermöglicht es, genau das Modul einzusetzen, das dem aktuellen Bedarf entspricht.
Diese Flexibilität ermöglicht es, genau das Modul einzusetzen, das dem aktuellen Bedarf entspricht. Gleichzeitig sorgt die modulare Struktur dafür, dass Ressourcen fokussiert auf ein bestimmtes Thema verwendet werden, was zu einer gesteigerten Effizienz führt. Jedes Modul hat klar definierte Ziele, die auch unabhängig voneinander erreicht werden können, so dass der Fortschritt jederzeit messbar und gezielt optimierbar ist.
Empfohlene Reihenfolge
Es wird empfohlen, wenn möglich, insbesondere die Kernmodule 1, 2 und 6 anzuwenden.
- Modul 1 legt die Basis, indem es die Bedürfnisse und Wünsche der Belegschaft erfasst und so eine solide Ausgangsbasis schafft.
- Modul 2 fördert durch praxisnahe, positive Beteiligungsformate die aktive Mitbestimmung und motiviert dazu, dass jede Stimme gehört wird.
- Modul 6 stellt einen transparenten und fairen Wahlprozess sicher, der das Vertrauen in die demokratischen Strukturen festigt.
Diese drei Module bilden das Fundament, auf dem eine erfolgreiche Betriebsratswahl aufbauen kann.
Je nach Bedarf und spezifischen Herausforderungen im Betrieb können ergänzend weitere Module (wie etwa die Nachwuchsförderung oder spezialisierte Maßnahmen zum Umgang mit Widerständen) eingesetzt werden.
Unverzichtbare Module 3 & 4
Die Module 3 und 4 machen Mitbestimmung greifbar. In Modul 3 erlebst du praktisch, wie du aktiv zur Verbesserung des Arbeitsumfelds beitragen kannst – durch interaktive Workshops und Werkstattformate wird deutlich, dass deine Ideen echte Veränderungen bewirken.
Modul 4 trägt dazu bei, dass ein demokratisches Miteinander nicht nur als abstraktes Konzept, sondern als erlebte Praxis im Betrieb verankert wird – und das ist der Schlüssel, um nachhaltige, demokratische Entscheidungen zu treffen. Dies geschieht, indem es einen strukturierten, offenen Dialog schafft, in dem in kleinen Gruppen alle Stimmen gehört werden. So entsteht ein stärkeres gegenseitiges Vertrauen, das zu besseren Entscheidungen und einer nachhaltigen, demokratischen Unternehmenskultur führt.
Modul 5 Nachwuchsförderung
Wird gezielt eingesetzt, wenn es darum geht, junge Talente zu fördern und in die Betriebsratsarbeit einzubinden.
Mit dieser strukturierten, aber auch flexiblen Herangehensweise kann sichergestellt werden, dass die Betriebsratswahl auf einer soliden Basis steht und alle Beteiligten die Möglichkeit erhalten, sich aktiv einzubringen und selbstwirksam positive Veränderungen zu bewirken.
Kurz gesagt: Diese Module zeigen dir, dass dein Engagement nicht nur zählt, sondern auch direkte positive Auswirkungen auf den Betrieb hat – und das macht sie besonders interessant.
Strategischer Impuls & Zielworkshop mit dem PIDA-Team, den Kurs gemeinsam festlegen
Um das Gesamtkonzept erfolgreich umzusetzen, ist es entscheidend bereits im Vorfeld einen klaren strategischen Kurs zu setzen. In einem ca. 2–3-stündigen zielgerichteten Workshop mit euch und dem PIDA-Team werden die „relevanten“ Akteure – dazu gehören Betriebsratsmitglieder, engagierte Mitarbeitende, Vertrauensleute und weitere Schlüsselpersonen – zusammengebracht, um gemeinsam die strategischen Ziele zu definieren.
In diesem Workshop erarbeiten wir gemeinsam, welche konkreten Herausforderungen und Potenziale im Betrieb bestehen. Eine beteiligungsorientierte Vorbereitung ist für die Betriebsratswahl von entscheidender Bedeutung. Dabei geht es um folgende Schritte:
- Bestandsaufnahme und Bedarfsermittlung: Zunächst werden die aktuellen Bedürfnisse und Herausforderungen im Betrieb erfasst– etwa durch erste Umfragen oder informelle Gespräche. Dies bildet die Grundlage für den Workshop.
- Gemeinsame Zieldefinition: In einem moderierten Ziel- und Strategieworkshop werden alle relevanten Akteure dazu eingeladen ihre Vorstellungen und Prioritäten einzubringen. So entsteht ein gemeinsames Verständnis für die Notwendigkeit der Mitbestimmung und welche positiven Effekte eine beteiligungsorientierte Vorbereitung mit sich bringt.
- Konkrete Maßnahmen ableiten: Auf Basis der erarbeiteten Ziele werden konkrete Handlungsfelder und Maßnahmen definiert, die den weiteren Prozess stützen. Hier kristallisiert sich auch heraus, welche Module und Formate besonders relevant sind und wie sie optimal eingesetzt werden können.
- Überzeugungsarbeit und Commitment: Indem alle Beteiligten den Mehrwert erkennen und sich zu gemeinsamen Zielen bekennen, wird das Fundament für einen erfolgreichen weiteren Prozess gelegt. Ein weiterer Bestandteil dieses Workshops kann darin bestehen, mit geeignetem Handwerkszeug gezielt Überzeugungsarbeit zu leisten, um weitere Mitstreiter zu gewinnen.
Und das Beste: Wir als PIDA-Projektteam stehen euch dabei unterstützend zur Seite!
Gemeinsam mit euch erarbeiten wir ein maßgeschneidertes Konzept, das genau auf die spezifischen Bedürfnisse eures Betriebes zugeschnitten ist. So wird nicht nur der strategische Kurs gemeinsam festgelegt, sondern ihr profitiert auch von unserer Erfahrung und unseren Ressourcen – für einen nachhaltigen und erfolgreichen Start in die Betriebsratswahl 2026!
Detaillierte Modulbeschreibungen
Modul 1: Analyse und Planung – Positives Potenzial erkennen
Ziel:
Das Modul dient dazu, die Meinungen, Wünsche und Bedarfe der Beschäftigten systematisch zu erfassen. Dies schafft eine solide Grundlage für die nachfolgenden Schritte, indem es Transparenz über die drängendsten Themen schafft und es ermöglicht, die Mitbestimmung gezielt weiterzuentwickeln. Ein strukturierter Dialog mit den Beschäftigten trägt dazu bei, ihre Erwartungen besser zu verstehen und eine breite Beteiligung sicherzustellen.
Maßnahmen:
- Befragungen:
Durch aktivierende Umfragen – sowohl digital als auch analog – können Beschäftigte schnell und unkompliziert ihre Meinungen äußern. Diese Methode ermöglicht eine niedrigschwellige Teilnahme und fördert eine hohe Beteiligung, da sie flexibel einsetzbar ist. Die Ergebnisse liefern eine erste Einschätzung darüber, welche Themen für die Belegschaft besonders relevant sind. - Workshops:
In moderierten Workshops wird ein tiefergehender Austausch mit den Beschäftigten ermöglicht. Hier können verschiedene Perspektiven zusammengeführt und priorisiert werden. Durch den direkten Dialog lassen sich nicht nur Herausforderungen, sondern auch konkrete Verbesserungsvorschläge und Wünsche für die betriebliche Mitbestimmung erarbeiten. Gleichzeitig wird das Bewusstsein für die Bedeutung der notwendigen Mitbestimmung geschärft.
Ergebnis:
- Eine priorisierte Themenliste, die als Entscheidungsgrundlage für die weiteren Module dient.
- Identifizierung von Beschäftigten, die sich aktiv in den Mitbestimmungsprozess einbringen und als Multiplikator*innen fungieren können.
- Stärkung der Beteiligungskultur durch offene und transparente Kommunikation.
Formate:
- Aktivierende Umfragen: Digital oder analog durchführbar, um eine breite Beteiligung zu gewährleisten. Eine Beispielumfrage ist unter folgendem Link zu finden: https://s.igbce.de/PEHD7
- Workshops: Strukturiertes und moderiertes Format, das es ermöglicht, die Anliegen der Beschäftigten gezielt zu erfassen, gemeinsam weiterzuentwickeln und Lösungen zu erarbeiten.
Das Modul 1 bildet die Basis für eine erfolgreiche und partizipative Gestaltung der weiteren Module.
Modul 2: Aktivierungskampagne – Positive Mitbestimmung fördern
Ziel:
Der Schwerpunkt dieses Moduls liegt auf der Steigerung der Motivation, indem es die Bedeutung und den Wert der Mitbestimmung hervorhebt.
Durch positive Geschichten, Erfahrungsberichte, visuelle Kampagnen und Informationsveranstaltungen wird den Mitarbeitenden verdeutlicht, wie ihre aktive Beteiligung konkret positive Veränderungen bewirken können. Das Modul zeigt auf, dass Engagement zu spürbaren Verbesserungen im Arbeitsalltag führt und einen direkten Einfluss auf den Erfolg und die Entwicklung des Betriebs haben.
Maßnahmen:
- Erfahrungsberichte von Mitarbeitenden:
Organisierte Interviews oder kurze Video-Statements, in denen Kolleg*innen schildern, wie Mitbestimmung ihren Arbeitsalltag verbessert hat. Diese authentischen Berichte werden in internen Kommunikationsmedien, Newslettern oder auf Betriebsversammlungen präsentiert und sollen andere dazu motivieren, sich ebenfalls einzubringen. - Visuelle Kampagne mit Slogans:
Entwickelte ansprechende visuelle Materialien – etwa Plakate, Flyer und digitale Posts – mit einprägsamen Slogans wie „Deine Stimme für eine bessere Zukunft!“ oder „Mitbestimmung macht den Unterschied“. Diese visuellen Elemente werden an zentralen Orten im Betrieb platziert, um maximale Aufmerksamkeit zu erzielen und das positive Image der Mitbestimmung zu transportieren. - Infoveranstaltungen:
Organisierte regelmäßige Informations- und Dialogveranstaltungen, bei denen in lockerer Atmosphäre über den Nutzen und die Vorteile der Betriebsratsarbeit gesprochen wird. Diese Treffen bieten Raum für offene Gespräche, in denen Fragen geklärt und Erfolgserlebnisse geteilt werden. Die Veranstaltungen fördern den Austausch und tragen dazu bei, dass die Mitarbeitenden verstehen, wie ihre Beteiligung den Betrieb aktiv verbessert.
Formate:
- Das rote Sofa:
Ein symbolischer, einladender Gesprächsbereich, der zu offenen Dialogen anregt und in entspannter Atmosphäre dazu beiträgt, Ideen zu sammeln.
Workshop:
- Endlich Rente:
Ein Format, das den langfristigen Nutzen von Mitbestimmung – etwa in Bezug auf eine sichere Zukunft und den Übergang in den Ruhestand – verdeutlicht. - Denkhüte:
Eine kreative Methode, bei der in strukturierter Weise verschiedene Perspektiven (wie Fakten, Emotionen, Risiken, Chancen und kreative Ideen) gesammelt und diskutiert werden, um die Bedeutung der eigenen Stimme herauszustellen.
Ergebnis:
Durch diese Maßnahmen steigt die Motivation der Belegschaft sich aktiv einzubringen. Die positive Wahrnehmung der Mitbestimmung bewirkt, dass die Mitarbeitenden den Zusammenhang zwischen ihrem Engagement und konkreten Verbesserungen im Arbeitsalltag erleben. Dies führt zu einer höheren Wahlbeteiligung und stärkt nachhaltig die demokratische Unternehmenskultur.
Modul 3: Raum für Gestaltungskraft und Engagement
Ziel:
Schwerpunkt dieses Moduls ist die aktive Mitgestaltungsmöglichkeit für die Beschäftigten. Damit wird gewährleistet, dass die Mitarbeitenden ihre Selbstwirksamkeit erleben und aktiv zur Gestaltung der betrieblichen Themen beitragen. Dieses Modul verdeutlicht, wie Mitbestimmung direkt zu Verbesserungen im Arbeitsumfeld führt und das eigene Engagement konkrete Veränderungen bewirken kann. Im Idealfall entstehen daraus Ideen für die BR-Arbeit, Betriebsvereinbarungen oder die anstehende Wahlkampagne.
Grundlage für dieses Modul sind die Befragungsergebnisse als Modul 1.
Maßnahmen:
- Interaktive Workshops:
Durchführung von Workshops, in denen anhand der ermittelten Umfragethemen Ideen entwickelt und konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet werden. - Werkstattformate:
Einrichtung von offenen, kreativen Formaten, in denen Teams in entspannter Atmosphäre Verbesserungspotenziale diskutieren und praxisnahe Maßnahmen zur Optimierung des Arbeitsalltags erarbeiten.
Partizipationsmethoden:
- Expo Diskurs 1-2-4-All:
Ein strukturiertes Format, bei dem zunächst individuell, dann in Paaren, anschließend in Vierergruppen und schließlich in der Gesamtgruppe Lösungsansätze erarbeitet werden. - Seestern
Visuelle Methoden, um die Wechselwirkungen und Zusammenhänge der erarbeiteten Verbesserungsvorschläge darzustellen. - Verantwortungscanva:
Ein Tool, das hilft, Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten für die Umsetzung entwickelter Ideen zu definieren.
Ergebnis:
Ein positiver Zusammenhang zwischen Mitbestimmung und Verbesserungen im Arbeitsumfeld wird sichtbar. Die Mitarbeitenden erfahren, dass ihre Beiträge echten Einfluss haben und aktiv zu Veränderungen führen. Das führt zu mehr Engagement und die Identifikation mit der Mitbestimmung wird nachhaltig stärkt.
Modul 4: Demokratisches Miteinander Stärken
Ziel:
Demokratische Werte durch gelebte Partizipation stärken. Der offene Austausch fördert gegenseitiges Verständnis und schafft eine Kultur des respektvollen Dialogs, in der sich alle Mitarbeitenden gehört und einbezogen fühlen.
Maßnahmen:
- Dialogformate „Talk and Listen“
Gezielte Gesprächsformate, die sich auf zentrale Themen aus der Umfrage beziehen. Die Mitarbeitenden tauschen sich in strukturierter Weise aus und erleben, wie Zuhören und Perspektivwechsel zu mehr Vertrauen und besseren gemeinsamen Entscheidungen führen.
Format:
- Gespräche in Kleingruppen à 4 Personen
- Jede Person spricht 4 Minuten lang ohne Unterbrechungen oder Zwischenfragen.
- Die Redezeit wird strikt eingehalten, so dass jede Stimme gehört wird.
- Die Diskussion erfolgt in drei Gesprächsrunden, um verschiedene Perspektiven einzubeziehen und eine tiefergehende Reflexion zu ermöglichen.
Ergebnis:
Das Vertrauen der Beteiligten untereinander wird gestärkt, das fördert die Zusammenarbeit. Die gemeinsame Reflexion über betriebliche Themen schafft die Basis für tragfähige, demokratische Entscheidungsprozesse und erhöht die Akzeptanz getroffener Beschlüsse.
Modul 5: Nachwuchsförderung – Zukunft gestalten
Ziel:
Gewinnung und Förderung neuer Kandidat*innen für die Betriebsratsarbeit. Dieses Modul trägt dazu bei, junge Talente und engagierte Mitarbeitende frühzeitig zu erkennen und gezielt in die Mitbestimmung einzubinden, um so die Zukunft und Nachhaltigkeit der Betriebsratsarbeit zu sichern.
Maßnahmen:
- Workshops für Interessierte:
Organisierte niedrigschwellige Workshops, in denen die Vorteile und Aufgaben der Betriebsratsarbeit vorgestellt werden. Hier wird anhand konkreter Beispiele verdeutlicht, wie Mitbestimmung den Alltag wirklich beeinflussen und verbessern kann. - Niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten:
Formate, in denen sich Mitarbeitende zunächst unverbindlich einbringen können, zum Beispiel durch Beteiligung an kleinen Projekten oder themenspezifischen Arbeitsgruppen.
Partizipationsmethoden:
Kandidatengewinnung:
Formate, in denen sich interessierte Nachwuchskräfte aktiv einbringen und ihre Ideen präsentieren können.
Hier bietet man den Mitarbeitenden die Möglichkeit, die Form und Inhalte dieser Vorstellungen mitzugestalten.
- Destillerie:
Ein mehrstufiger Auswahlprozess, um aus einer Vielzahl von Ideen die praxisrelevantesten Maßnahmen herauszufiltern, die bei der Gewinnung neuer Talente helfen. - Kompetenz-Sonne:
Eine Methode zur Visualisierung individueller Stärken, um gezielt Talente zu identifizieren und ihre Eignung für die Betriebsratsarbeit sichtbar zu machen.
Ergebnis:
Durch die Maßnahmen und partizipativen Formate entsteht ein engagierter Kreis qualifizierter Kandidat*innen, die motiviert sind sich aktiv in die Betriebsratsarbeit einzubringen. Die Nachwuchsförderung sichert somit die Zukunft der Mitbestimmung, stärkt die Dynamik innerhalb des Betriebsrats und fördert eine nachhaltige, demokratische Kultur im Betrieb.
Modul 6: Wahlvorbereitung – Transparente und faire Wahlprozesse
Ziel:
Wir wollen mit diesem Modul dazu beitragen, dass ein hohes Vertrauen in die demokratischen Abläufe, der doch komplizierten Betriebsratswahl, gebracht wird. Dazu ist es notwendig, einen transparenten und fairen Wahlprozesses zu vermitteln, um damit das Vertrauen der Mitarbeitenden in die Betriebsratswahl zu stärken. Die klare Struktur des Wahlprozesses sorgt dafür, dass jeder Schritt nachvollziehbar und überprüfbar ist. Ein weiterer zentraler Bestandteil des Moduls ist es, sicherzustellen, dass die Auswahl und Vorstellung der Kandidat*innen in einem offenen und fairen Rahmen erfolgen. Durch transparente Kandidatenpräsentationen und offene Dialogformate wird verhindert, dass Unklarheiten oder Vorbehalte entstehen. Ziel ist eine hohe Wahlbeteiligung herzustellen.
Maßnahmen:
- Informationskampagne zur Wahl:
Eine umfassende Aufklärung über den Wahlprozess, die Rechte der Kandidat*innen und die Bedeutung der Wahl für die Gestaltung des Arbeitsalltags. Dabei wird hervorgehoben wie entscheidend es ist, dass die Beschäftigten ihre Stimme nutzen, um die Entwicklung des Betriebes mitzugestalten. - Transparente Kommunikation:
Bereitstellung von Informationen zu den Kandidat*innen und deren Zielen, sowie ein offenes, transparentes Verfahren zur Wahlvorbereitung, das jederzeit Einblick in die Wahlmodalitäten ermöglicht. - Informationskampagnen:
Klare Darstellung des Ablaufs der Betriebsratswahl, so dass alle Mitarbeitenden verstehen und nachvollziehen können, wie die Wahl durchgeführt wird. - Wahlforen:
Veranstaltungen, bei denen die Kandidat*innen ihre Ideen und Ziele präsentieren.
Diese Foren bieten den Beschäftigten eine wertvolle Gelegenheit, die Kandidat*innen direkt kennenzulernen, sich eine fundierte Meinung zu bilden und aktiv Fragen zu stellen.
Partizipationsmethoden:
- Kandidat*innenvorstellungen Kompetenzsonne:
Die Mitarbeitenden wirken aktiv an der Gestaltung der Präsentationen der Kandidat*innen mit, sodass deren Botschaften und Ziele klar und transparent vermittelt werden. - Planspiel:
Durch ein gemeinschaftlich erarbeitetes Planspiel (z. B. als PPTX-Präsentation) wird anschaulich vermittelt, wie eine Betriebsratswahl abläuft und welche Schritte dabei zu beachten sind.
Ergebnis:
Die aktive Einbindung der Mitarbeitenden in die Wahlvorbereitung ermöglicht es allen Beteiligten, den Ablauf zu verstehen und sich als wesentlichen Teil des demokratischen Prozesses zu erleben. Dies fördert nicht nur ein starkes Gemeinschaftsgefühl, sondern trägt langfristig zu einer dynamischen und nachhaltigen Unternehmenskultur bei, die von Partizipation und Mitgestaltung geprägt ist.
Ein transparenter und fairer Wahlprozess; ein Verfahren, das Vertrauen in unsere demokratischen Strukturen stärkt und zu einer erhöhten Wahlbeteiligung führt.
Über die Wahl hinaus
Die hier vorgestellte, beteiligungsorientierte Arbeitsweise kann sowohl für die Vertrauensleute als auch für die zukünftige Betriebsratsarbeit richtungsweisend sein. Etabliere nachhaltige Partizipationsformate, die über die Wahl hinaus fortgeführt werden. Eine kontinuierlich hohe Beteiligung und ein starkes Engagement tragen nicht nur zur Bereicherung, sondern auch zur langfristigen Sicherung der Betriebsratsarbeit bei.
Methoden zur Umsetzung
In diesem Abschnitt erhältst du eine kurze Übersicht der eingesetzten Methoden, die in unserem Konzept zur Vorbereitung der Betriebsratswahl 2026 zum Einsatz kommen.
Die Methoden umfassen verschiedene Bereiche – von der Erfassung des positiven Potenzials über die Aktivierung und Förderung von Gestaltungskraft bis hin zur Stärkung des demokratischen Miteinanders, der Unterstützung von Nachwuchskräften und der transparenten Vorbereitung der Wahl. Jede Methode zielt darauf ab die Mitbestimmung erlebbar zu machen und das Engagement der Mitarbeitenden nachhaltig zu steigern. Während der gesamten Konzeptumsetzung erhaltet ihr aktive Unterstützung & Beratung durch das Projekt PIDA.
Eine ausführliche Beschreibung dieser Methoden wird in einem separaten, begleitendem Methoden-Guide abrufbar sein. Unterstützt wird das gesamte Konzept durch das Projekt PIDA, das euch beratend zur Seite steht.
Methode: Aktivierende Befragung – Positives Potenzial erkennen
Ziel dieser Methode ist, systematisch die Bedürfnisse und Wünsche der Beschäftigten zu erfassen. Durch aktivierende Umfragen (digital/analog/…) wird auf unkomplizierte Weise Feedback eingeholt. Daraus entsteht eine erste, priorisierte Themenliste, die die Grundlage für alle weiteren Aktivitäten bildet.
Workshopkonzept I: „Themen finden – Positives Potenzial erkennen“
Auf Grundlage der Befragungsergebnisse werden in moderierten Workshops die wichtigsten Anliegen und Verbesserungsvorschläge gesammelt. In kleinen Gruppen werden die ermittelten Themen vertieft und konkrete Ideen entwickelt, die das Fundament für weitere Maßnahmen bilden.
Methode: Das rote Sofa – Aktivierung – Positive Mitbestimmung
Mit dieser Methode wird ein symbolischer, einladender Gesprächsbereich geschaffen.
An einem zentralen Ort im Betrieb (zum Beispiel in der Kantine) wird ein rotes Sofa platziert, das zu offenen Dialogen und kreativen Ideensammlungen in entspannter Atmosphäre einlädt. Hier erfahren die Mitarbeitenden, dass ihre Beiträge von Interesse sind und auch positive Veränderungen bewirken können.
Methode: Endlich Rente – Aktivierung – Positive Mitbestimmung
Diese Methode verdeutlicht den langfristigen Nutzen von Mitbestimmung, indem sie die Geschichte aus einer Zukunftssicht rückblickend erzählt und zeigt, wie sich positive Veränderungen auch langfristig auswirken.
Methode: Denkhüte – Aktivierung – Positive Mitbestimmung
Dabei handelt es sich um eine kreative Technik, bei der die Mitarbeitenden in festgelegten Rollen als Sprecher für – Fakten, – Emotionen, – Risiken, – Chancen und – kreative Ideen – unterschiedliche Perspektiven systematisch erfassen und diskutieren. Diese strukturierte Methode hilft, den Wert der eigenen Stimme herauszustellen und die Vorteile der Mitbestimmung klar zu veranschaulichen.
Workshopkonzept II: Raum für Gestaltungskraft und Engagement
In diesem Format werden in interaktiven Workshops auf Basis der Umfrageergebnisse konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet. Hier erleben die Mitarbeitenden, wie sie aktiv ihr Arbeitsumfeld gestalten können, das stärkt das Gefühl der Selbstwirksamkeit.
Methode: Expo-Diskurs – Raum für Gestaltung und Engagement
Der Expo-Diskurs folgt einem strukturierten Format (1-2-4-All), bei dem zunächst individuell, dann in kleinen Gruppen und schließlich im Plenum Lösungsansätze erarbeitet werden. So werden alle Ideen in konkrete Verbesserungsvorschläge umgesetzt, die den Einfluss der Mitbestimmung sichtbar machen.
Methode: Seestern – Raum für Gestaltung und Engagement
Mit der Seestern-Methode werden die Wechselwirkungen und Zusammenhänge der erarbeiteten Verbesserungsvorschläge visuell dargestellt. Durch die Definition von Kategorien wie: Beginnen“, „Mehr“, „Weniger“, „Aufhören“ und „Weitermachen“ wird deutlich, welche Maßnahmen den größten positiven Einfluss haben.
Methode: Verantwortungs-Canva – Mitgestaltung durch visuelle Analyse
Dieses Tool unterstützt dabei, Verantwortlichkeiten, Rollen, Zuständigkeiten und eigene Handlungsfähigkeit für die Umsetzung der entwickelten Ideen zu klären. Es bietet eine übersichtliche Struktur, die den Transfer der erarbeiteten Vorschläge in konkrete Maßnahmen erleichtert.
Methode: Sprechen & Zuhören – Demokratisches Miteinander stärken
Zur Förderung des gegenseitigen Vertrauens werden strukturierte Gesprächsrunden in Kleingruppen durchgeführt. Hier spricht jede*r in festgelegten Zeitintervallen (zum Beispiel 4 Minuten) ohne Unterbrechung. Dieses Format trägt dazu bei, einen respektvollen offenen Dialog zu fördern und stärkt somit das demokratische Miteinander.
Workshopkonzept III: Nachwuchsförderung – Zukunft gestalten
Dieses Format zielt darauf ab junge Talente zu gewinnen und zu fördern. In spannenden Workshops werden die Vorteile und Aufgaben der Betriebsratsarbeit lebendig vorgestellt, während konkrete Ideen entwickelt werden die dazu beitragen, dass sich interessierte und engagierte Mitarbeitende sichtbar einbringen.
Methode: Destillerie – Nachwuchsförderung – Zukunft gestalten
Die Destillerie-Methode hilft dabei, aus einer Vielzahl von Ideen die praxisrelevantesten Maßnahmen herauszufiltern. Durch einen mehrstufigen Auswahlprozess werden Vorschläge konsolidiert und priorisiert, um den Weg für gezielte Nachwuchsförderung zu ebnen.
Methode: Spinnennetz – Nachwuchsförderung – Zukunft gestalten
Mit der Spinnennetz-Methode werden interne Netzwerke visuell dargestellt, um potenzielle Kandidatinnen und Multiplikatorinnen zu identifizieren. Diese Darstellung erleichtert es, gezielt Talente anzusprechen und für die Betriebsratsarbeit zu motivieren und einzubinden.
Methode: Kompetenz-Sonne – Nachwuchsförderung – Zukunft gestalten
Die Kompetenz-Sonne zeigt die individuellen Stärken und Kompetenzen der Teilnehmenden. In diesem gemeinschaftlichen Format können so passende Kandidat*innen identifiziert und ihre Eignung für die Betriebsratsarbeit deutlich gemacht werden.
Veranstaltungsidee: Wahlvorbereitung – Transparente und faire Wahlprozesse aufzeigen
In diesen Formaten haben die ausgewählten Kandidat*innen die Möglichkeit sich vorzustellen und Fragen zu beantworten. Außerdem wird in einem digitalen Planspiel der Ablauf und die Regeln einer Betriebsratswahl verständlich vermittelt. Ziel ist es, einen transparenten und fairen Wahlprozess vorzubereiten und allen Beteiligten ein klares Verständnis zu vermitteln.
Methode: Betriebsratswahl als Planspiel
Gemeinsam mit allen Teilnehmenden wird ein PowerPoint-Planspiel simuliert, um den Ablauf der Betriebsratswahl zu veranschaulichen. So können die Mitarbeitenden den Prozess in jeder Phase nachvollziehen.
Methode: Kompetenz-Sonne zur Kandidat*innenvorstellung
Ebenso wie in der Nachwuchsförderung eignet sich diese Methode auch zur Kanditat*innen-Vorstellung. Dadurch werden ihre Kompetenzen und Potenziale sichtbar gemacht.
Abschließende Hinweise:
Zum Abschluss möchten wir dich ermutigen:
Mit diesen Methoden stehst du nicht allein da! Unsere Anleitung bietet dir nicht nur einen klar strukturierten Fahrplan, sondern auch umfassende Unterstützung – sowohl durch das begleitende Projekt PIDA als auch durch regelmäßigen Austausch mit anderen gewerkschaftlichen Ehrenamtlichen. Du erhältst detaillierte, praxisnahe Hilfestellungen, die dich in jeder Phase begleiten und sicherstellen, dass du die Methoden erfolgreich umsetzen kannst. Zudem gibt es eine ausführliche Methodenbeschreibung, die alle Formate und Abläufe im Detail erläutert und dir als Nachschlagewerk zur Verfügung steht. So bist du bestens vorbereitet, um gemeinsam mit deinem Team die Betriebsratswahl 2026 zu einem echten Erfolg zu machen und unsere demokratischen Strukturen nachhaltig zu stärken. Und: Viele dieser Formate können auch im digitalen Raum stattfinden!
Praxistipps für dich – So stärkst du Mitbestimmung in deinem Betrieb
Liebe Kollegin, lieber Kollege,
du bist nicht allein, dein Engagement macht einen echten Unterschied! Die Mitbestimmung lebt davon, dass Menschen wie du sich einbringen und andere ermutigen ihre Stimme zu nutzen. Doch wie kannst du deine Kolleg*innen erfolgreich motivieren? Hier sind einige erprobte Praxistipps:
So gewinnst du deine Kolleg*innen für die Mitbestimmung
- Sprich sie direkt an: Ein persönliches Gespräch wirkt oft mehr als eine allgemeine Einladung. Frag konkret: „Was würdest du im Betrieb gern verbessern?“ oder „Hast du Lust, dich mit einer Idee einzubringen?“
- Mach Mitbestimmung erlebbar: Organisiere kleine Beteiligungsmöglichkeiten – eine schnelle Umfrage, ein offenes Meeting oder ein Aushang für Ideen.
- Zeige echte Erfolge: Erzähl von Verbesserungen, die bereits durch Mitbestimmung erreicht wurden – sei es bessere Arbeitszeiten, mehr Sicherheit oder zusätzliche Angebote im Betrieb.
Umgang mit Herausforderungen und Widerständen
- Bleib geduldig und hör zu: Nicht jede*r ist sofort überzeugt. Oft hilft es, Vorbehalte ernst zu nehmen und im Dialog zu bleiben.
- Schaffe Räume für ehrlichen Austausch: Viele glauben, dass ihre Stimme nichts bewirkt. Du kannst das ändern, indem du zeigst, dass Ideen aufgenommen und diskutiert werden.
- Setze auf Moderation in schwierigen Gesprächen: Bei kontroversen Themen helfen neutrale Moderator*innen oder klare Gesprächsregeln.
- Feiere auch kleine Erfolge: Wenn Kolleg*innen sehen, dass ihre Vorschläge umgesetzt werden, steigt ihre Motivation sich weiter einzubringen.
Erfolge sichtbar machen – damit alle sehen, dass es sich lohnt!
- Teile positive Geschichten: Ob als Aushang, Social-Media-Post oder in einer Betriebsversammlung – Erfolgsgeschichten inspirieren und motivieren.
- Nutze kreative Formate: Organisiere Gesprächsrunden, Workshops oder interaktive Kampagnen, um Beteiligung erlebbar zu machen.
- Sorge für kontinuierlichen Austausch: Eine aktive Mitbestimmungskultur entsteht nicht von heute auf morgen – sie wächst mit jeder Diskussion und jeder Idee.
Nutze dein Netzwerk – du bist nicht allein!
- Tausche dich mit anderen Ehrenamtlichen aus: Gewerkschaftliche Netzwerke, Betriebsräte und Schulungen helfen dir neue Ansätze zu entdecken.
- Lerne aus Best Practices: Schau dir an was in anderen Betrieben funktioniert hat – Inspiration hilft oft weiter.
- Halte Mitbestimmung lebendig – auch nach der Wahl! Nutze die Wahl als Startpunkt und sorge dafür, dass Beteiligung im Betrieb eine dauerhafte Rolle spielt.
Umgang mit Herausforderungen: Auch in schwierigen Situationen setzen wir auf Dialog und gemeinsame Lösungsfindung – immer mit dem Blick auf konkrete Verbesserungen.
Grundprinzipien – Was wir erreichen wollen
Wir, das Projekt PIDA und seine Beteiligten, setzen auf Mitbestimmung als gelebte Praxis – ganz ohne Belehrung. Die Beschäftigten erleben dabei, wie ihre Ideen durch die gemeinsamen Aktivitäten direkten Einfluss haben und echte Veränderungen bewirken. Durch Aktivitäten wie Workshops, offene Gesprächsrunden und interaktive Formate ermöglichst du es jedem sich einzubringen. Egal in welcher Position die Person arbeitet . Gemeinsam konzentrieren wir uns auf Themen, die alle im Betrieb betreffen, wie Arbeitsbedingungen, Gesundheit und Weiterbildung. Die aktiven Beteiligungsformate schaffen einen Raum, in dem die gemeinsamen Interessen sichtbar werden und nachhaltige Verbesserungen im Betrieb erzielt werden.
Die Aktivitäten gemeinsam mit den Mitarbeitenden stehen im Zentrum unseres Konzepts. Sie ermöglichen es, Herausforderungen offen anzusprechen und im Dialog gemeinsam Lösungen zu finden – selbst in schwierigen Situationen. So werden konkrete Verbesserungen erzielt, die den Arbeitsalltag positiv verändern und das Demokratieverständnis nachhaltig stärken.
Für uns als IGBCE und gewerkschaftsgebundene Betriebsräte stellt die Betriebsratswahl einen entscheidenden Moment dar, um eine positive Mitgliederentwicklung zu fördern, die Position der Vertrauensleute zu stärken und das demokratische Miteinander im Betrieb zu verankern. Durch die gemeinsamen Aktivitäten erfahren alle mehr Selbstwirksamkeit und Wertschätzung: Alle Beiträge sind wertvoll und bewirken echte Ergebnisse. Gleichzeitig wird die Mitbestimmungskultur gestärkt und demokratische Werte in die Unternehmenskultur verankert.
Unsere flexiblen PIDA-Methoden passen sich an unterschiedliche Betriebsgrößen und -Strukturen an Langfristig möchten wir dafür sorgen, dass sich alle Beschäftigten stärker mit der IGBCE, dem Betriebsrat und dem Betrieb verbunden fühlen – so dass vielleicht auch positive Einstellungen gegenüber Demokratie weit über den Betrieb hinauswirken.
Dieses Konzept ist besonders wichtig, weil es durch praxisnahe Beteiligungsaktivitäten dazu beiträgt Extremismus und Gleichgültigkeit entgegenzuwirken.
Fazit und nächste Schritte
Du hast es in der Hand! Die Betriebsratswahl 2026 ist eine riesige Chance, Mitbestimmung zu stärken und demokratische Prozesse direkt im Betrieb zu verankern. Doch noch wichtiger: Es geht nicht nur um die Wahl – es geht darum, dass auch deine Kolleg*innen dauerhaft mitgestalten und mitentscheiden können.
Warum ist Beteiligung so wichtig – auch über die BR-Wahl hinaus?
Mitbestimmung ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess, der unsere Arbeitswelt nachhaltig verbessert. Wenn Beschäftigte das Gefühl haben, dass ihre Stimme zählt, entstehen positive Veränderungen, die weit über die Wahl hinausreichen:
- Mehr Zufriedenheit: Wer mitgestalten kann, fühlt sich im Betrieb wohler.
- Mehr Fairness: Entscheidungen werden transparenter und gerechter.
- Mehr Zusammenhalt: Ein starkes Miteinander sorgt für ein gutes Arbeitsklima und eine demokratische Unternehmenskultur.
Deine nächsten Schritte – so setzt du es in die Praxis um
- Starte jetzt! Sprich Kolleg*innen an, frag nach ihren Ideen und schau, wo ihr gemeinsam ansetzen könnt. Je früher ihr beginnt, desto besser!
- Nutze die Module flexibel! Jedes Unternehmen ist anders – setze die Module so ein, wie sie für eure Situation am besten passen.
- Schaffe kleine Erlebnisse der Mitbestimmung! Ob eine Diskussionsrunde, eine anonyme Umfrage oder ein Aushang für Ideen – jede Beteiligungsmöglichkeit zählt!
- Halte die Dynamik nach der Wahl aufrecht! Viele engagieren sich rund um die Wahl – aber was passiert danach? Bleib dran, organisiere regelmäßige Gespräche und zeig, dass Mitbestimmung nicht nur eine Wahl, sondern ein kontinuierlicher Prozess ist.
- Nutze die Unterstützung der IGBCE. Du musst das nicht alleine stemmen – das PIDA-Projekt der IGBCEunterstützt dich mit Beratung, Schulungen und individuellen Angeboten für deinen Betrieb.
Denk daran: Als Gewerkschaftsmitglied bist du Teil einer großen Bewegung für mehr Demokratie und Mitbestimmung! Dein Engagement trägt dazu bei, die Arbeitswelt positiv zu verändern. Und das ist jede Anstrengung wert.
Unterstützung durch das PIDA-Projekt der IGBCE
Damit du nicht allein vor dieser Aufgabe stehst, bietet das PIDA-Projekt der IGBCE umfassende Unterstützung an:
- Beratung und Begleitung für die Planung und Umsetzung der Betriebsratswahl
- Workshops und Schulungen für dich und dein Team zu Themen wie Wahlorganisation, Beteiligung und Kommunikation
- Austausch mit anderen Ehrenamtlichen in Netzwerktreffen und digitalen Formaten
- Materialien und Vorlagen, um die Beteiligungsformate erfolgreich umzusetzen
Wir haben viel Energie und all unser gewerkschaftliches Wissen in diese Anleitung gesteckt, um für dich und deine Kolleg*innen eine umfassende Basis zur praktischen Umsetzung zur Verfügung zu stellen. Aber sicherlich ist nicht alles perfekt, deshalb freuen wir uns über weitere Anregungen und auch über Feedback.
Du hast Fragen oder brauchst Unterstützung? Dann melde dich bei uns! Schreib an:
projekt.pida@igbce.de
und wir helfen dir gerne weiter.